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Ella Carina Werner ist Autorin und Satirikerin. Sie veröffentlicht Artikel und Erzählungen in verschiedenen Zeitschriften. Neben der Arbeit an eigenen Buchveröffentlichungen, ist sie festes Redaktionsmitglied des Satire-Magazins Titanic. Das Interview führten wir schriftlich.

Ella Carina Werner –
Satire W – EW

Wie entwickelst Du deine Texte in Bezug auf die Themenfindung? Gibt es eine besondere Herangehensweise mit der du dich Themen näherst?

Meistens lese ich einfach Zeitung und Zeitschriften und lasse mich dabei von irgendeinem, oft winzigen, Detail inspirieren. Ab und an suche ich aber auch gezielt nach Themen, indem ich mir beispielsweise einfach ein paar (aktuelle / ganz unterschiedliche) Themen notiere und dann schaue, wo lustige Querverbindungen bestehen. Darüber hinaus eine bewährte Methode: umtriebigen Freunden, Bekannten oder auch wildfremden Menschen ihre Geschichten abzulauschen, und dann was Neues, Eigenes daraus zu machen, die Dinge weiterzuspinnen.

Welche Anforderungen und Ziele setzt du dir selbst beim Schreiben? Hast du eine bestimmte Botschaft vor Augen, die du kommunizieren willst? – Wie erreichst du diese Ziele?

Nein, “Botschaften” im engeren Sinne habe ich nicht. Satiriker suchen ja generell weniger nach Lösungen als nach gesellschaftlichen Brüchen, Widersprüchen. Wenn es mir mit humorvollen Mitteln gelingt, andere auf diese Bruchstellen hinzuweisen und sie dabei noch bestens zu unterhalten, ist für mich schon das Maximum erreicht.

Gibt es – vor allem bei deinen satirischen Texten – eine tiefere Botschaft, die unter der vordergründigen Komik verborgen liegt? Oder liegt der Schwerpunkt vornehmlich auf Unterhaltung der Leserschaft?

Die Mehrzahl meiner guten Texte sind die, die in der Tat aus einer Art “innerer Dringlichkeit” geschrieben sind, sprich, bei denen mir die Thematik sehr am Herzen liegt, bei denen ich auf oben genannte gesellschaftliche Widersprüche aufmerksam machen möchte. Die eine, übergreifende Botschaft habe ich aber nicht. Komplett “sinnfreie”, also Nonsens-Texte mache ich nebenher auch gern. Ich freue mich immer, wenn sich meine Texte nicht reibungslos weglesen, sondern auch irritieren, sich beim Leser einhaken.

Abseits der Tatsache, dass Schreiben dein Beruf ist, schreibst du vielleicht sogar primär für dich oder für andere? Gibt es dabei einen Unterschied beim Schreiben für deine Bücher und deiner Tätigkeit bei der Titanic?

Das wichtigste ist schon, dass ich beim Schreiben selber Spaß habe, dass ich sie lustig finde. Ansonsten bin ich auch nicht motiviert, sie sorgfältig zu Ende zu schreiben, und dann werden sie schlecht.